Rückblick auf den ersten Start:EUp-Abend im Rahmen der Startup Week Düsseldorf

Zwei Speaker, jeweils 27 Minuten und kritischer Diskurs, der schon mitten im Vortrag begann. Rückblick auf den ersten Start:EUp-Abend am 9. September 2026 im Beehive Düsseldorf City: über europäisches Risikodenken im Venture Capital, den Mehrjährigen Finanzrahmen 2028–2034 und den Unterschied zwischen einer „europäischen Cloud" und einer „Cloud aus Europa".

Start:EUp – Startup made for Europe / Startup made in Europe

Am 9. September veranstalteten wir, die Europa-Union Düsseldorf-Neuss, einen Vortragsabend, um gemeinsam voranzukommen: Rund 30 Gründer:innen, Innovator:innen und neugierige Köpfe aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft kamen im Beehive Düsseldorf City zum ersten Start:EUp – Startup made for Europe zusammen. In beiden Sessions wurde nicht nach dem Vortrag diskutiert, sondern mitten darin. Irgendwann war gefühlt das halbe Publikum beteiligt – und unsere Speaker haben das nicht nur zugelassen, sondern aktiv danach gefragt. Unser Konzept mit 27 Minuten je Referent:in inklusive Verantwortung zur Diskussion ging also auf.

 

 

Warum Europa auf Risiko schaut, wenn es um Chancen gehen müsste

Siavash Ghassemi, Gründer und CTO von Automagisch.AI, sprach über seine Erfahrungen in der Investorensuche, lud zur Diskussion ein und machte an den Zwischenfragen aus dem Publikum gleich sichtbar, worum es eigentlich geht: Wir schauen in Deutschland und Europa zuerst auf Risiko und Risikomanagement, nicht auf Chancen. Venture-Capital-Geber bewerten Startups häufig als Einzelinvestition, anstatt sich auf das Venture-Spiel einzulassen – in dem ein Treffer unter zwanzig genügt, um netto positiv herauszukommen.

Ein Satz aus seiner Session ist geblieben: Es müsse „Cloud aus Europa" heißen, nicht „europäische Cloud". Das klingt nach Wortklauberei, ist aber das Gegenteil. Das eine grenzt ein, das andere exportiert – aus Europa für die Welt.

Was uns als Europa-Union dabei leitet: ein starkes Europa für Unternehmende und Investoren, im Sinne unserer Gesellschaft.

 


EU-Fördermittel für Startups: Was der Finanzrahmen 2028–2034 ändert

Nick Esser, Fördermittelexperte, Kulturmanager und Gründer der Start Art Week, führte anschließend durch die komplexe Welt der öffentlichen Fördermittel. Am neuen Mehrjährigen Finanzrahmen 2028–2034 der Europäischen Union zeigte er auf, welche Chancen und Risiken er für Gründer:innen und Unternehmen in der Kreativwirtschaft – inklusive Gaming – sowie in den derzeit hochrelevanten Feldern Sicherheit und Verteidigung erkennt. 

Sein praktischster Hinweis: Wer mehrere parallele Fördertöpfe strategisch zusammen denkt statt sie einzeln abzuarbeiten, erschließt Potenziale, die regelmäßig übersehen werden. Und ebenso wichtig: Viele reichen ihre Anträge erst spät im Ausschreibungszeitraum ein – besser ist es, früh einzureichen, solange die Mittel noch nicht verteilt sind.


Wir stellen uns den Fragen dieser Zeit – mindestens eine ist noch offen

 

Im Anschluss an die Vorträge hielten wir Zeit und Raum für weitere Diskussion und Networking. Als Anregung haben wir vier Fragen für den Abend und darüber hinaus angeboten:

  • Warum fließt europäisches Kapital so oft zu spät – und amerikanisches so früh?
  • Was müsste ein EU-Fördersystem können, damit kleine Teams es überhaupt nutzen?
  • Welche Regel würden Sie morgen streichen, welche würden Sie einführen?
  • Was macht ein Startup „made for Europe" aus – über den Firmensitz hinaus?

Und eine Frage bleibt: Machen Zwischenfragen mitten im Vortrag den Abend besser – oder zerschießen sie den roten Faden? Darüber wurde an diesem Abend selbst diskutiert. Wir nehmen die Antwort aus dem Raum mit ins nächste Format.

 


Danke an unsere Kooperationspartner:innen

 

Die Fotos des Abends stammen von Elisabeth Boves – herzlichen Dank!

Unser Dank gilt außerdem unseren Partner:innen Beehive Workspace, neuroTime GmbH, der Wirtschaftsförderung der Stadt Düsseldorf, digihub.nrw und FTF – Future Tech Fest sowie der Startup Week Düsseldorf für den Rahmen.


Startup for Europe - So kann es weitergehen

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